Flughafen Zürich AG: Geschäftsjahr 2025
Ad hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR
Der anhaltende Anstieg des Verkehrsaufkommens am Standort Zürich wie auch bei den weiteren Gruppenstandorten führte im Berichtsjahr zu neuen Rekordwerten auf den Stufen Ertrag, Betriebs- und Konzernergebnis. Das Konzernergebnis stieg auf CHF 346.5 Mio. (Vorjahr: CHF 326.7 Mio.). Aufgrund der neuen Dividendenpolitik und der erfreulichen Ergebnisentwicklung soll die Ausschüttung an die Aktionäre von CHF 5.70 auf CHF 8.50 je Aktie erhöht werden.
Ergebnisentwicklung
Aviation-Erträge
Aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens am Flughafen Zürich erhöhten sich die Einnahmen aus Flugbetriebsgebühren im Berichtsjahr um CHF 31.9 Mio. beziehungsweise 6% auf CHF 612.0 Mio.
Das Total der Aviation-Entgelte sowie der übrigen Aviation-Erträge belief sich im Berichtsjahr insgesamt auf CHF 97.1 Mio., was einer Zunahme von CHF 4.4 Mio. gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die gesamten Aviation-Erträge entwickelten sich leicht besser als die Wachstumsrate der Passagierzahlen und stiegen von CHF 672.8 Mio. auf CHF 709.1 Mio. (+5%). Dies ist unter anderem auf das stärkere Wachstum bei den Lokalpassagieren zurückzuführen, welche im Vergleich zu den Transferpassagieren höhere Gebühren bezahlen.
Non-Aviation-Erträge
Das Total der Kommerz- und Parkingerträge am Flughafen Zürich erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht und betrug CHF 277.0 Mio. (+0.2%). Der wesentliche Faktor für diese Entwicklung ist das reduzierte Kommerzangebot auf der Landseite aufgrund der Bautätigkeit.
Bei den Immobilienerträgen am Standort Zürich sind die Mieterträge weiter gestiegen, wohingegen die Energie- und Nebenkostenverrechnungen rückläufig waren. Der Anstieg der Mieterträge ist auch auf die Übernahme des Radisson-Blu-Gebäudes zurückzuführen. Der Rückgang der Energie- und Nebenkostenverrechnungen ist hauptsächlich mit tieferen Energiekosten zu begründen, welche auf die Mietenden umgelegt werden können. In Summe kamen die Immobilienerträge im Berichtsjahr mit CHF 197.9 Mio. rund CHF 0.5 Mio. höher als im Vorjahr zu liegen.
Die Erträge aus Dienstleistungen stiegen im Berichtsjahr hauptsächlich aufgrund von höheren Verkehrsvolumen am Flughafen Zürich um 7% auf CHF 52.3 Mio. an.
Das internationale Geschäft wuchs weiter und profitierte insbesondere von einer positiven Entwicklung des Geschäftes in Lateinamerika. Die Flughäfen in Brasilien verzeichneten eine deutliche Zunahme der Passagierzahlen und auch die nicht-aviatischen Tätigkeiten zeigten ein erfreuliches Bild. Die Erträge aus internationalen Flughafenkonzessionen stiegen auf CHF 111.6 Mio. (+11%).
Eine Verringerung der Bautätigkeiten in Lateinamerika im Vergleich zum Vorjahr führte zu einem Rückgang der Erträge aus Bauvorhaben («Concession Accounting») um 61% auf CHF 10.5 Mio. Insgesamt sanken die Erträge im internationalen Flughafengeschäft um 5% auf CHF 124.8 Mio. Bereinigt um die für die Erfolgsrechnung neutralen Erträge aus Bauvorhaben wuchsen die Erträge im internationalen Flughafengeschäft um 10% oder CHF 10.3 Mio.
Das Total der Non-Aviation-Erträge nahm im Berichtsjahr um 0.2% auf CHF 652.0 Mio. ab. Bereinigt um die Erträge aus Bauvorhaben resultierte ein Wachstum von CHF 14.9 Mio. bzw. 2%.
Betriebskosten
Die gesamten Betriebskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1% auf CHF 598.9 Mio. Die bereinigten Betriebskosten (ohne Aufwendungen aus Bauvorhaben) verzeichneten einen Anstieg von 4% auf CHF 588.4 Mio.
Der Personalaufwand stieg im Berichtsjahr um 10% auf CHF 270.5 Mio. an. Nebst inflations- und volumenbedingten Anpassungen sowie Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität spiegelte dieser Anstieg auch die Übernahme der Dienstleistungen für Flugreisende mit eingeschränkter Mobilität (PRM) per 1. Januar 2025 wider. Letztere wird jedoch gleichermassen durch geringere «Andere Betriebskosten» kompensiert. Die Kosten für Polizei und Sicherheit stiegen gemessen am höheren Passagieraufkommen unterproportional um CHF 3.5 Mio. auf CHF 133.3 Mio. (+3%). Die Energie- und Abfallkosten verzeichneten einen Rückgang auf CHF 36.0 Mio. (–19%), wofür hauptsächlich tiefere Beschaffungskosten für Elektrizität verantwortlich waren. Der Kostenblock für Verkauf, Marketing und Verwaltung erhöhte sich um 8% auf CHF 62.9 Mio. Der Anstieg resultierte in erster Linie aus höheren Softwarekosten und zusätzlicher externer Unterstützung.
Betriebs- und Konzernergebnis
Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahr um CHF 29.2 Mio. auf CHF 762.2 Mio., was einem Zuwachs von 4% entspricht. Die EBITDA-Marge lag bei hohen 56.0%.
Die Abschreibungen und Amortisationen erhöhten sich im Berichtsjahr auf CHF 311.4 Mio. (+4%). Dieser Anstieg ist unter anderem auf die Übernahme des Radisson-Blu-Gebäudes und neue Projektaktivierungen wie beispielsweise die Vorfelderweiterung in der Zone West zurückzuführen. Ebenfalls enthalten ist eine Wertminderung des chilenischen Flughafens in Iquique in Höhe von CHF 6.1 Mio. Die angepassten Annahmen bezüglich der künftigen Entwicklung der Passagierzahlen und Erträge sowie Kostensteigerungen in einem Bauprojekt waren hierfür die Hauptgründe.
Das Finanzergebnis verbesserte sich von CHF –20.1 Mio. auf CHF –16.1 Mio., was im Wesentlichen auf höhere Zinserträge bei den brasilianischen Tochtergesellschaften zurückzuführen ist.
Das Konzernergebnis für das abgeschlossene Jahr konnte um 6% auf CHF 346.5 Mio. gesteigert werden (Vorjahr: CHF 326.7 Mio.), was einen neuen Rekordwert markiert.
Investitionen
Insgesamt hat die Flughafen Zürich AG im Berichtsjahr CHF 716.5 Mio. (Vorjahr: CHF 570.9 Mio.) in Sachanlagen, Projekte in Arbeit, in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie Flughafenbetreiberprojekte investiert, davon CHF 503.3 Mio. am Standort Zürich (Vorjahr: CHF 292.5 Mio.). Darin enthalten ist der Kauf des Radisson-Blu-Gebäudes für CHF 155.0 Mio.
Das grösste Einzelprojekt am Standort Zürich stellte dabei die Entwicklung Flughafenkopf (Neues Dock A, Tower sowie Dockwurzel etc.) dar. Weitere wesentliche Projekte waren die Erneuerung und Erweiterung der Gepäcksortieranlage, die Entwicklung der landseitigen Passagierflächen sowie die Entwicklung der Fracht.
Vermögens- und Finanzlage
Per Ende 2025 beliefen sich die flüssigen Mittel und Festgelder (ohne Lärmfonds) auf CHF 383.9 Mio., wobei etwas mehr als CHF 280 Mio. auf den Standort Zürich entfielen.
Im Juni 2025 konnte sich die Flughafen Zürich AG erfolgreich mit einer 15-jährigen Anleihe über CHF 150.0 Mio. (Coupon 1.1775%) am Schweizer Kapitalmarkt refinanzieren.
Ausgehend vom operativen Cashflow in Höhe von CHF 688.4 Mio. und den Investitionen in Sachanlagen, Projekte in Arbeit, in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie Flughafenbetreiberprojekte von insgesamt CHF 716.5 Mio. resultierte für das Berichtsjahr ein Free Cashflow von CHF –28.1 Mio. (Vorjahr: CHF 70.7 Mio.).
Dividende für das abgelaufene Finanzjahr 2025
Die Flughafen Zürich AG verfolgt ab dem Finanzjahr 2025 eine neue Dividendenpolitik, welche die Auszahlung einer ordentlichen Dividende in Höhe von rund 50% des um Sondereffekte bereinigten Reingewinnes vorsieht. Zusätzlich wird die Ausschüttungsquote um weitere rund 25% erhöht, sofern die Verschuldungskennzahl «Finanzschulden (netto) / EBITDA» unter 2.5x liegt.
Die Verschuldungskennzahl «Finanzschulden (netto) / EBITDA» betrug 1.8x per Ende 2025. Der Verwaltungsrat beantragt somit der Generalversammlung die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende in der Höhe von CHF 8.50 je Aktie.
Zuweisung an die gesetzlichen Gewinnreserven
In den Generalversammlungen der Jahre 2023 bis 2025 wurden die im Einzelabschluss vorgesehenen Zuweisungen an die gesetzlichen Gewinnreserven nicht beantragt. Dieser formelle Fehler hat keine Auswirkung auf die Höhe des Eigenkapitals. Die Flughafen Zürich AG verfügte stets über freiwillige Gewinnreserven und ausreichende Gewinnvorträge. Die Flughafen Zürich AG bedauert diesen Fehler und hat Massnahmen ergriffen, um entsprechende Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern. An der nächsten Generalversammlung im April wird eine entsprechende formelle Korrektur vorgelegt.
Finanzieller Ausblick
Am Standort Zürich wird für das Jahr 2026 ein Passagierwachstum zwischen 2.0% und 3.0% erwartet, was einem Passagiervolumen von über 33 Mio. Passagieren entspricht.
Am 1. Oktober 2026 tritt am Flughafen Zürich voraussichtlich eine neue Gebührenperiode in Kraft, wodurch die Gebühren für die Flughafennutzer in Summe um rund 10% sinken werden. Unter Berücksichtigung des prognostizierten Passagierwachstums und der tieferen Gebühren ab 1. Oktober 2026 wird mit einer stabilen Entwicklung der Aviation-Erträge für das laufende Jahr gerechnet.
Am Standort Zürich dürften sich die Kommerzerträge aufgrund der anhaltenden Schliessung von Kommerzflächen im Rahmen des Projekts zur Entwicklung der landseitigen Passagierflächen seitwärts bewegen. Daneben werden sich die steigenden Verkehrszahlen auf die Parkingbelegung auswirken. Ebenfalls werden leicht steigende Immobilienerträge erwartet. Die Erträge aus dem internationalen Geschäft werden erneut steigen, wobei auch die Inbetriebnahme des neuen Flughafens in Noida, Indien, positiv zur Entwicklung beitragen wird. Die Non-Aviation-Erträge werden insgesamt höher erwartet.
Im Geschäftsjahr 2026 wird hauptsächlich die Eröffnung des neuen Flughafens Noida zu einem Anstieg der Betriebskosten führen. Am Standort Zürich wird dagegen nur ein sehr moderater Kostenanstieg erwartet.
Insgesamt erwartet die Flughafen Zürich AG für das Jahr 2026 ein Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) auf dem Niveau des Vorjahres. Der Konzerngewinn hingegen dürfte niedriger ausfallen als im letzten Geschäftsjahr. Neben der Gebührenreduktion in Zürich werden mit der Eröffnung des Flughafens Noida Abschreibungen und Zinsaufwände die Erfolgsrechnung belasten.
Die Investitionen am Standort Zürich werden im Jahr 2026 voraussichtlich zwischen CHF 350 und 400 Mio. betragen. Bei den Tochtergesellschaften im Ausland werden schätzungsweise Investitionen in Höhe von CHF 100 Mio. erwartet, wobei der Abschluss des Baus des neuen Flughafens in Noida den Hauptanteil ausmachen wird.
Personelle Veränderungen im Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung
Im Verwaltungsrat der Flughafen Zürich AG kommt es zu einem Wechsel: Guglielmo Brentel wird sein Amt nach zwölf Jahren per Ende April 2026 niederlegen. Das Unternehmen dankt Guglielmo Brentel herzlich für sein grosses Engagement. Als Nachfolge wird Stefan Paul, CEO Kühne+Nagel International AG, der Generalversammlung am 17. April zur Wahl vorgeschlagen.
Im Rahmen einer Neuausrichtung der Verantwortlichkeiten wird die Geschäftsleitung der Flughafen Zürich AG von bisher sieben auf neu sechs Personen verkleinert, um künftigen Herausforderungen wirkungsvoller zu begegnen. Manuela Staub, die bisherige Chief People & Communication Officer, verlässt aufgrund dieser Veränderung das Unternehmen per Ende Juli 2026. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Manuela Staub für ihr grosses Engagement und ihren wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Flughafen Zürich AG.
Der Jahresbericht 2025 und die Investorenpräsentation sind im Internet abrufbar unter https://report.flughafen-zuerich.ch/2025/ar/de und https://www.flughafen-zuerich.ch/newsroom/ir-praesentationen/.