Eiszeitliche Rinne als natürlicher Speicher: Flughafen Zürich AG setzt Pionierprojekt fort
Die Flughafen Zürich AG plant, eine unterhalb des Flughafengeländes gelegene eiszeitliche Rinne als Wärme- und Kältespeicher zu nutzen. Ein erster Testbrunnen hat positive Ergebnisse geliefert. Nun wird ein zweiter Testbrunnen gebaut.
Die mehrstufige Erkundung der Rinne – eine Art wasser- und schotterführende Gletscherfurche unterhalb des Flughafengeländes – hat in den letzten zwei Jahren positive Erkenntnisse geliefert. In einem ersten Schritt wurden mittels seismischer Untersuchungen Tiefe, Form und Schichtaufbau der Rinne analysiert. Die im Anschluss durchgeführten Bohrungen an drei Standorten bestätigten die erste Analyse, dass die Rinne potenziell als Wärme- und Kältespeicher genutzt werden könnte. Um dies zu verifizieren, wurde im vergangenen Herbst ein Testbrunnen angelegt. Auch dieser lieferte weitere positive Resultate.
Die Wassermengen, die gepumpt werden konnten, sowie die Fliessgeschwindigkeit des Wassers stimmen uns weiter zuversichtlich, dass die Rinne als Wärme- und Kältespeicher dienen kann. Wir können heute davon ausgehen, dass es sich um einen abgeschlossenen, kaum fliessenden Aquifer handelt. Nun braucht es weitere Tests, um festzustellen, in welchem Ausmass dieser Speicher nutzbar ist.
Zweiter Brunnen in Planung
Derzeit laufen die Abklärungen für einen geeigneten Standort eines zweiten Brunnes. Gemäss aktueller Planung geht die Flughafen Zürich AG vom Bau des zweiten Testbrunnens in den kommenden sechs Monaten aus. Im Anschluss werden die beiden Brunnen miteinander verbunden und Zirkulationstests gemacht. Die Ergebnisse dieser Tests ermöglichen schliesslich konkrete Rückschlüsse auf das tatsächliche Potenzial der Rinne.
Mit diesem nächsten Schritt prüfen wir die Effizienz eines solchen Speichers und können bei positiven Resultaten schliesslich den konkreten Ausbau planen.
Im Erfolgsfall wird die Rinne – je nach Ergiebigkeit kombiniert mit Erdsondenfeldern – den überwiegenden Teil des Heiz- und Kühlbedarfs für den Flughafenkopf decken. Die Investitionskosten für die Erforschung der Rinne und den Bau der Brunnen schätzt die Flughafen Zürich AG auf rund 8 Millionen Franken – je nach Anzahl und Standorte der Brunnen. Mittels schrittweiser Umstellung auf erneuerbare Energien, der Reduktion des Energieverbrauchs in Gebäuden und dem Ausbau der Stromproduktion über Photovoltaikanlagen werden die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen bis 2040 auf netto null reduziert.
Wichtige Forschungserkenntnisse
Mit diesem Pionierprojekt liefert die Flughafen Zürich AG wichtige Erkenntnisse über den Aufbau und die Erschliessung solcher tiefen Rinnen. Die Erkenntnisse werden der Wissenschaft zur Verfügung gestellt und leisten damit einen Beitrag zur Entwicklung innovativer Energiespeichertechnologien zur Nutzung erneuerbarer Energien. Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie (BFE) gefördert.